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Wer keine Zeit für seine Gesundheit aufwendet,
wird eines Tages viel Zeit für seine Krankheiten aufwenden müssen

 
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Hallo, ich heisse Nicole und bin vor 29 Jahren in Hamburg zur Welt gekommen.

Meine Vorgeschichte:
Als ich im Sommer 1979 geboren wurde, hatte ich anscheinend keine Hüftdysplasie, denn damals als Baby konnte man an der Pofalte sehen, dass bei mir alles in Ordnung war. Denke mal, dass es sich im Laufe der Zeit verschlechterte, doch die Ärzte vom Krankenhaus Eilbek teilten mir mit, dass diese angeboren sei.

Als Kind hatte ich keine Probleme.

Verzweifelung:
Irgendwann in 2003 hatte ich ab und zu beim längeren Gehen an der rechten Hüfte Leistenschmerzen (Messerstechen). Da dachte ich, es läge daran, dass ich gross sei und vielleicht falsche Schuhe an hätte. Die Schmerzen kamen und gingen auch schnell wieder. Dann bekam ich Anfang 2007 auch auf der linken Seite diesen Leistenschmerz.
Im März 2007 ging ich endlich zu einem Orthopäden um mal Gewissheit zu bekommen. Der konnte nichts feststellen und verschrieb mir 12 Termine MTT ( Krankengymnastik am Gerät).
Es wurde nicht besser. Dann ging ich wieder zum meinem Orthopäden, es war inzwischen Juli und da röntge er mich endlich.
Dann konnte er sehen, dass an meinen Hüften etwas nicht stimmte und schickte mich zu einem Radiologen, dort musste ich ein MRT machen. Dies wurde Mitte August gemacht.

Nach dem MRT hatte mein Arzt dann Gewissheit und schickte mich zur weiteren Untersuchung nach Hamburg ins Eilbeker Krankenhaus.

Eilbek:
Dort wurde ich am 02.09.2007 ambulant untersucht, der Arzt mis eine Weile an meinem Röntgenbild und sagte, dass ich operiert werden müsste.
Er holte die Oberärztin um sicher zu sein. Sie schaute sich das Bild an, untersuchte mich kurz und bestätigte seinen Verdacht. Wenn ich damit noch 5 Jahre warten würde, dann bräuchte ich ein neues Hüftgelenk.
Dann boten sie mir diese OP "Triple Osteotomie" an und erklärten mir genau wie es abläuft. Ich holte mir an diesem Tag noch den OP-Termin für Oktober 2007.

Als ich an diesem Tag wieder auf der Arbeit und zu Hause war, machte ich mir über die OP ganz viele Gedanken. Hatte auch viel im Internet herum gesurft um von den anderen Leuten die Erfahrungen zu lesen. Hatte von dieser OP einige negative Erfahrungen gelesen und war auch etwas verunsichert. Dann nahm ich mit meinem Orthopäden wieder Kontakt auf, dieser hatte eine Woche lang mit einem Kollegen darüber diskutiert, dann teilte er mir mit, dass ich eine 2. Meinung in Hannover holen sollte. Ich musste schnell einen Termin vereinbaren, da inzwischen schon Mitte September war.

Hannover:
Und am 27.09.2007 hatte ich dann in Hannover einen ambulanten Termin bei einem Hüft-Experten im Krankenhaus Annastift. Dieser schaute meine Bilder an und bestätigte, dass bei mir keine Alternative (Arthroskopie oder ähnl.) geht und ich müsste diese Triple machen lassen. Nach diesem Gespräch wurde ich etwas sicherer.

Da ich den OP-Termin in Eilbek echt schnell bekommen hatte ( hatte meinen Termin vorgeschlagen und dieser war frei), wollte ich diesen nun wahrnehmen.

Tripleosteotomie:
Am 28.10.2007 (Sonntag) musste ich abends ins Hamburger-Eilbeker Krankenhaus. Dort erklärte mir eine Krankenschwester den morgigen OP-Ablauf, ich bekam dann eine Spritze (Thrombose), Schlaftablette und Abführmittel.
Die Schlaftablette durfte ich bis 24 Uhr bei Bedarf einnehmen. Die erste Nacht vor der OP war unruhig, da dies auch meine 1 Nacht im Krankenhaus war.
Hatte um 23:45 die Schlaftablette eingenommen und war in der Hoffnung, dass ich nun schlafen konnte. Nichts. Nach ~ 2 Std. klingelte ich und bekam von der Nachtschwester ein Beruhigungsmittel - Baldrian (flüssig), erst dann konnte ich endlich paar Std. schlafen.

Am OP-Morgen (Montag, 29.10.2007) um 7 Uhr bekam ich eine Bettnachbarin, die hatte auch an dem Tag ne OP. Wir beide bereiten uns für die OP vor (KH-Nachthemd, etc.), dann warteten wir beide, bis es los ging. Um 11:30 wurde ich von der Schwester abgeholt, sie brachte mich in die OP-Schleuse. Vor der OP-Schleuse bekam ich eine vorgewärmte dünne Decke (herrlich schön warm) und musste auf den Metalltisch rüber rücken. Dieser kippte nach einer Weile, da darunter eine Trage lag. Ich wurde beschützt, damit ich nicht herunter fiel. ;-)
Dann kam ich in den OP-Vorraum und wurde für die OP vorbereitet. Wurde an einer Herzmaschine angeschlossen, Schmerzpumpe, Katheter und Infusionsnadel wurden angelegt. Dann erklärte mir der Arzt die Schmerzpumpe. Ca. 12:15 kamen einige Ärzte und der Professor in den OP-Vorraum. Zu dem Zeitpunkt musste ich mich auf die linke Seite legen, da ich an der rechten Seite operiert werden sollte. Ich dachte sie wollten noch mal schauen, doch ein paar Sek. später war ich schon im Tiefschlaf, hatte schon eine Narkose in die Infusionsnadel bekommen, merkte nichts *Filmriss*.

Die OP dauerte bei mir nur 1 Std. und bekam 5 Kirschner-Drähte.

Nach der OP wurde ich in den Aufwachraum gebracht. Dort wurde ich ca. 14:20 Uhr von einer Schwester lieb geweckt. Später kam der Professor rein und schaute nach mir. Er war sehr nett. Später wurde mir im Magen etwas übel, bekam sofort ein Mittel gegen Übelkeit (per Infusion). Nun wurde ich um ~ 16:10 Uhr von einem Pfleger abgeholt um mich aufs Zimmer zu bringen. Dort bekam ich von der Schwester Tee und 2 Doppelpack Zwieback.

Die 1. Nacht nach der OP hatte ich gut überstanden. Keine Schmerzen. Hatte ja meine Schmerzpumpe, mit dieser konnte ich bei Bedarf nachpumpen.
Am Dienstag kam die supernette Krankengymnastin und machte mit mir im Bett ein paar Übungen, damit mein Kreislauf in Schwung kam.

Und am Mittwoch war der grosse Tag. Bei mir wurden die Schläuche fürs Blut entfernt, dann musste ich aufstehen. Ich überlegte schon, wie es gehen sollte, da ich ja noch nicht sitzen durfte. Sie erklärten es mir in aller Ruhe.
Der Kollege von der supernetten Krankengymnastin stand auf der linken Seite und sie auf der rechten Seite. Ich musste mich bis zur rechten Bettkante robben, links drehen bis es weit genug war und dann musste ich vom liegen sofort zum stehen kommen. Ich sagte, ohweia. Sie hielt mein operiertes Bein fest, damit es nicht herunter hing. Ich konnte an dem Tag mein Knie noch nicht anwinkeln, musste erst mal üben. Es war noch steif. Als ich stand, musste ich mit dem Gehwagen paar Schritte (Teilbelastung 10Kg) gehen. Hatte schon Bammel. Sie sagten, dass ich keine Angst haben bräuchte. Und ich ging ein paar Schritte bis fast zur Tür. Dann musste ich wieder zurück, da mir schwindelig wurde. Habe ja niedrigen Blutdruck. Und lag dann wieder auf meinem Bett. Wenig später musste ich mich übergeben, war noch die Nachwirkung von der OP.

Ich bekam in der Woche jeden TAG Krankengymnastik und Gehübungen. Und am WE bin ich mit den Schwestern gegangen. Am Donnerstag hatte ich es schon bis draussen vor der Tür geschafft. WOW. Da war ich happy. Am Freitag ging es paar Schritte auf dem Flur dann wieder zurück, mein Bett hatte mich begleitet und ich musste mich quer auf dem Flur hinlegen.

Am Sa wurde die Schmerzpumpe abgestellt, da ich seit Mittwoch nicht mehr nachgepumpt hatte, der Katheter wurde entfernt, Hurra! Am Sonntag wurde die Schmerzpumpe entfernt und somit war ich kabelfrei.
Am Montag ging es wieder raus auf den Flur, hatte diesmal weitere Schritte gemacht. War fast den ganzen Flur gegangen und musste mich auf dem Rückweg nur kurz hinlegen, da hatte mein Bett mich auch begleitet. Am Montag wurde das Antibiotika abgesetzt. Da war ich Happy und bekam auch wieder Appetit. Seit Dienstag ging ich ohne mein Bett auf den Flur auf und ab aber mit Krücken. Klappte gut. Durfte mit meinem Besuch öfter das Zimmer verlassen, dies tat ich auch.

Am Mittwoch hatte ich Treppensteigen geübt, am Donnerstag ganz kurz die Toilette, da ich nicht mehr auf die Bettpfanne wollte, wo ich schon aufstehen konnte. Klappte auch gut.
War mit einer Schwester mal kurz rausgegangen zum Balkon um frische Luft zu schnappen. Herrlich. Machte öfter am Tag Gehübungen.
Am Sa war ich mit einer Freundin mal in den Park gegangen, das war herrlich, das erste Mal nach fast 2 Wochen.

Die Reha
Am Montag (12.11.2007) um 10:30 kamen 2 Sanitäter mit einer Trage zu mir, sie holten mich und mein Gepäck ab. Nach ca. 20 min ging es los nach Bad Schwartau zur Reha.
Dort hatte ich ein schönes Einzelzimmer mit BAD.
Konnte dort nicht viel machen, da ich noch nicht viel machen durfte.
Bekam aber Krankengymnastik, Gehübungen, Wasserübungen, Massagen.
Mein Reha-Aufenthalt wurde am 2.Tag um 2 Wochen verlängert, da bei mir dies sinnvoll wäre. Später stellte ich selber fest, dass es genau richtig war.

Ich war 2 Wochen im Krankenhaus und 5 Wochen in der Reha.

Wieder Zuhause
Am 15.12.2007 (Samstag) durfte ich nach Hause, war 4 Tage bei meinen Eltern und dann wollte ich gern bis Weihnachten in meinen eigenen 4 Wänden sein.
War schön, nach 7 Wochen wieder zu Hause zu sein. Haushalt konnte ich nur in kleinen Schritten erledigen. War aber zufrieden. Ab dem 19.12.2007 bekam ich 2x in der Woche MTT und Krankengymnastik.
Zwischen Weihnachten und Silvester hatte ich die Vollbelastung erreicht und konnte ab Anfang Jan. in der Wohnung ohne Krücken gehen und ich benutzte sie nur noch für draussen bis Ende Feb. als Sicherheit.

Eigenblut musste ich vorher nicht spenden, dafür musste ich aber unterschreiben, dass ich eine eventuelle Bluttransfusion akzeptiere. Dies war jedoch nicht nötig, habe bei der OP kein Fremdblut bekommen.
Die Narben sind gut verheilt, wahrscheinlich dadurch, weil ich vor und nach der OP Arnica eingenommen hatte.

Ich durfte in der 3. Woche (Rehabeginn) auf dem Stehstuhl sitzen, und ab dem 10.12.2007 mit einem Schaumkissen auf dem Stuhl. (mein Bein musste aber weiterhin 60 haben) und zwischen Weihnachten und Neujahr durfte ich ohne Kissen ganz normal sitzen.

Für Zuhause bekam ich von der Reha eine Toilettenerhöhung verordnet. Zu Hause hatte ich die Toilettenerhöhung dann bis Mitte Jan.

Mit einer Teilbelastung von 10 Kg durfte ich schon am 2. Tag nach der OP beginnen und ab 13.12.2007 durfte ich alle 2 Tage um 10 Kg erhöhen bis ich die Vollbelastung erreicht hatte.

Anfang Jan. konnte ich in der Wohnung meine Gehstützen weglegen aber für draussen hatte ich bis ~ Ende Feb. noch benutzt - als Sicherheit.
Ich bin nach 11 Wochen arbeitsunfähigkeit (am 14.01.2008) wieder zur Arbeit gegangen, ohne stufenweise Wiedereingliederung. Ich wollte erstmal ohne probieren,denn ich hätte sie immer noch beantragen können.

Wie geht es mir heute?
Super. Hatte bisher nicht wirklich grosse Schmerzen gespürt, daher wurde Ende November die Schmerztabletten abgesetzt. Wollte ja nicht immer Tabletten nehmen und es lief wunderbar. Keine Schmerzen.

Ab dem 31.03.2008 mache ich wieder Fitness.
Werde mein Bein weiter trainieren.

Am 04.04.2008 hatte ich einen ambulanten Vorstellungstermin im Krankenhaus zur Kontrolle. Bei mir ist alles in Ordnung. Darf alles machen was ich will, muss nur auf meinen Körper hören. Laufen (schnelles laufen) darf ich langsam auf dem Laufband über Wochen steigern.

Gestern war ich auf dem Hamburger Dom und bin mal wieder mit der Achterbahn gefahren, keine Probleme.

Die linke Hüfte muss zu einem späteren Zeitpunkt auch gemacht werden.
Versuche erst mal solange hinaus zu schieben. Im Moment habe ich keine Schmerzen.

Die Metallentfernung wird im Sommer erfolgen.
Mein Gangbild hat jetzt wieder normal und mein Becken ist wieder gerade, brauche keine Schuheinlagen mehr. Hatte diese von Jan-bis 05.04.2008 benutzt.

Fazit
Für mich hat die OP sehr gelohnt. War auch froh, nach ca. 4 Wochen der OP wieder auf der Seite schlafen zu können (nur linke, rechts durfte ich noch nicht).

Liebe Grüsse Nicole





Nicole, April 2008         
Meine E-mail-Adresse:  
nikki1979@gmx.de        




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